September – Oktober 2010
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HERONS - Reiher

von Simon Stephens
Ein Theaterstück über Gewalt unter Jugendlichen
Für Menschen ab 14 Jahren

„Scott gibt den Leuten das Gefühl, dass sie Krüppel
sind. Und die Leute lassen sich das gefallen, weil sie
Angst haben, was er mit ihnen sonst anstellt. Das ist,
das ist einfach nicht fair, Billy. Es ist grausam, genau.
Und es reicht nicht, Billy, das einfach, einfach, einfach
aufzuschreiben. Das reicht nicht.“

Regie: Anna Zimmer
Musik: Udo Koloska
Licht & Video: Felix Grimm
Kampfchoreografie: nervous service
(Boris Methner & Dirk Borchardt)
Dramaturgische Mitarbeit: Britta Pudelko
Ausstattung: Giovanni de Paulis
Regieassistenz: Annette Piayda
Ausstattungsassistenz: Lea Connert
Es spielen: Stephan Samuel, Christina Gatterer,
Eric Golub, Jacob Plutte, Daniel Schlesener, Anja Kaul, Serkan Tuerkkan

HINTERGRUND
Was geht in den Köpfen jugendlicher Gewalttäter vor?
In den Medien ist fast täglich von Übergriffen die Rede, die Jugendliche an Gleichaltrigen, gegenüber Autoritätspersonen oder auch scheinbar wahllos verüben. Inzwischen gibt es auch immer mehr Literatur zum Thema, aber uns ist noch kein Beitrag begegnet, der die Frage nach Gewalt und Tod so überzeugend und doch raffiniert stellt, wie das Stück „HERONS“.



GESCHICHTE
Billy ist eher ein Einzelgänger als ein Draufgänger. Man findet ihn meist bei einer Schleuse. Wie sein Vater angelt er Schleien, die er allerdings wieder frei läßt. Er hat ein Heft, in dem er alles aufschreibt, was er beobachtet. Sein Vater ist kein Held, aber er Ross und seine Gang bei einem Verbrechen an einem jungen Mädchen beobachtet hat. Durch seine Anzeige kommen die Schuldigen ins Gefängnis

Das Stück beginnt ein Jahr nach der Tat. Ross hat einen Bruder: Scott. Und der sieht die Geschichte ganz anders. Er und seine Gang bedrohen Billy. Anfangs noch mit gebührendem Abstand, erscheinen sie immer häufiger an der Schleuse und werden brutaler, bis hin zum gewalttätigen Missbrauch an Billy. Die Situation wird verschärft durch die Tatsache, dass Adele, die eigentlich Scotts Freundin ist, immer öfter zu Billy an die Schleuse kommt.
Zu Beginn wendet sich Billy an seinen Vater, doch dieser kann mit der Angst seines Sohnes nicht umgehen. Er ist ratlos. Seine Mutter ist für Billy alles andere als eine Vertrauensperson. Bleibt nur noch Adele. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, doch helfen kann sie ihm auch nicht. Am Ende greift Billy zur Waffe. Es bleibt offen, ob er sie benutzt.

Die Charaktere des Stückes sind keine theatralischen Skizzen, sondern moderne Menschen, deren Geschichte mit zu erleben die Faszination des Stückes ausmacht.



SPIELORT
Die PREMIERE fand in einer alten, unsanierten Fabrikhalle in Oberschöneweide, einem Stadtteil Berlin, der wie kein anderer den gesellschaftlichen Wandel repräsentiert, statt. Tausende Arbeitsplätze sind hier verloren gegangen, die leeren Werkhallen harren einer neuen Sinngebung, genau wie die vielen Arbeitslosen.



CASTING
Unter 40 Jugendlichen aus ganz Berlin wurden fünf ausgewählt, neben zwei Profis die Hauptrollen zu spielen: Christina Gatterer, (22 Jahre, ausbildungsplatzsuchend),
Eric Golub (19 Jahre, Schüler), Jakob Plutte (21 Jahre, ausbildungsplatzsuchend) , Daniel Schlesener (18 Jahre, Schüler), Serkan Tuerkkan (19 Jahre, Schüler)
und Gerard Dlugay (41 Jahre, Schauspieler),
Katharina Schwarz (33 Jahre, Schauspielerin)


PROBEN
Neben Schauspieltraining, Improvisationen, Textarbeit und Entwicklung der Szenen mit der Regisseurin Anna Zimmer wird das Thema Gewalt und die Kampfchoreografien mit Boris Methner und Dirk Borchardt von Nervous Service erarbeitet. Die Darstellung der im Stück vorhandenen latenten, unterschwelligen und ausgeübten Gewalt stellt besondere Anforderungen an die jungen Darsteller - physisch wie psychisch.



COACHING
Um eine möglichst hohe Authentizität im Spiel zu erreichen, wurden Kids, die von Gangway auf der Straße betreut werden, eingeladen, Proben zu besuchen und als Coaches in Auseinandersetzung mit den Spielern und der Regisseurin, das Gesehene auf den Wirklichkeitsgehalt zu überprüfen.


BEGELEITUNG / GESPRÄCH
Studenten der Alice-Salomon-Fachhochschule unter Anleitung von Prof. Gerd Koch setzten sich mit dem gesamten Projekt auseinander und entwickeln ein Programm für die theaterpädagogische Nachbereitung des Stückes in Form eines Gespräches, das im Anschluss an die Theateraufführung stattfindet.


KOOPERATIONSPARTNER
TRAFO e.V.
Alice-Salomon-Fachhochschule
Gangway e.V.
UNTERSTÜTZER
Messe Berlin
Hexenkesselhoftheater
FÖRDERER
Fonds Soziokultur
Jugend – und Familienstiftung des Landes Berlin
5000 X Zukunft
BVV Treptow-Köpenick von Berlin
Quartiersmanagement Oberschöneweide





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